Nationaler Gedenktag


Eine in höchstem Maß bewegende Veranstaltung war die Feier zum Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Turnhalle der Mittelhofschule. Gäste waren Vertreter der Behörden und Organisationen, Schüler aller Ellwanger Schulen und Bürger der Stadt. Sie erlebten in mehreren Ansprachen und in den Vorführungen der Schüler den bewegenden Appell, mit Mut für die Rechte Verfolgter und gegen die Umtriebe antidemokratischer Kräfte einzutreten.

Schulleiter Hans-Dieter Visser meinte: „Das Erinnern an die Gräueltaten des Nationalsozialismus muss ein ständiger Begleiter sein, um dem neuerlich aufkommenden Rassismus und Rechtsextremismus entgegen zu wirken.“

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek hatte den Schülern einen Stein von „Omaha-Beach“, der Landungsstelle der Alliierten ind er Normandie im zweiten Weltkrieg, mitgebracht. Er machte deutlich, dass es in der Macht eines jeden einzelnen liege, ob er für seine Mitmenschen ein Gewinn oder eine Qual wird.

In Ellwangen pflegen die Schulen eine ganz besondere Tradition der Erinnerung an die Opfer des Nazi-Regimes: Seit über 20 Jahren erarbeiten die Schulen in jährlichem Wechsel ein Programm. Die Schüler von heute können dabei immer wieder auf das zurückgreifen, was Ellwanger Schüler vor Jahrzehnten geleistet haben. Die Zeit von 1933 bis 1945 ist in Ellwangen vor allem dank der Schulen sehr gut erforscht. Von der Verfolgung der „Jenischen“ und der Juden über Euthanasieverbrechen an Rabenhof-Bewohnern bis zum Hessentaler Todesmarsch zeigten Schülergruppen auf, wie die rassistische und menschenverachtende Hitlerdiktatur hier in Ellwangen wirkte. Und in Kaplan Renz und Eugen Bolz wurde deutlich, wie diese Region auch Mutige hervorbrachte, die sich damals von Gewalt und Mord nicht einschüchtern ließen.

Die Jugendlichen, die diese Schicksale mit großem Talent darstellten, sogar selbst jenisch sprachen, schafften es, die schon oft erzählten Schicksale eindrucksvoll und spannend zu vermitteln. Mehrere Lehrer- und Schülerensembles machten die Feier mit ganz unterschiedlicher Musik zum Ereignis.

Pater Reinhold Baumann schaffte es, den Bogen zur Gegenwart zu schlagen und den Schülern und Erwachsenen Mut zu machen. So wie 1933 die ganz neue Technologie des Radios und die darin noch unerfahrenen Zuhörer den Agitatoren ihre Propaganda ermöglichten, gebe es heute die Parallele der sozialen Medien im Internet, die jeder mit Vorsicht nutzen sollte.

Baumann berichtete, wie er als Schüler durch das Schicksal von Hans und Sophie Scholl geprägt wurde. „Die weiße Rose ist vom Denken zum Handeln gekommen“, sagte er und rief dazu auf, Verallgemeinerungen zu widerstehen. Die Flüchtlinge, die Algerier, die Schlepper gebe es nicht, man sollte jeden einzelnen so nehmen wie er ist.

Baumann: „Arme, Wehrlose, Fremde brauchen unsere Hilfe, das ist die christliche Botschaft und wir sollten täglich den Mut haben, zu widersprechen, wenn Unrecht geschieht.“

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